Holz gewinnt als Baustoff zunehmend an Bedeutung – nicht nur im Einfamilienhausbau, sondern auch im mehrgeschossigen Hochbau. Als nachhaltige Alternative zu Stahlbeton oder Mauerwerk findet es vermehrt Anwendung. Neue Entwicklungen, wie Massivholzstrukturen, Hohlkastensysteme oder gerippte Deckenelemente, ermöglichen heutzutage Spannweiten von über 5 Metern und erfüllen gleichzeitig hohe architektonische Anforderungen.
Mit dem wachsenden Einsatz von Holz im Bauwesen rücken jedoch auch neue Herausforderungen in den Fokus – insbesondere im Bereich der Bauakustik. Aufgrund seiner geringeren Dichte und Steifigkeit im Vergleich zu traditionellen Baustoffen, wird insbesondere der tieffrequente Schall kaum reduziert. In mehrgeschossigen Holzbauten führt dies häufig zu einer erhöhten Schallübertragung und damit zu einer Minderung des akustischen Komforts. Besonders problematisch ist die Ausbreitung von Trittschall im unteren Frequenzbereich, der durch herkömmliche Maßnahmen der Schalldämmung nur schwer zu kontrollieren ist.
Um die akustischen Schwächen von Holzgeschossdecken gezielt zu adressieren, hat das IABP in Zusammenarbeit mit dem ICD (Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung) ein neues Konstruktionsprinzip zur schalltechnischen Entkopplung entwickelt. Grundlage ist eine minimale geometrische Modifikation linearer Holzelemente innerhalb eines zweischaligen Deckensystems. Diese Anpassung ermöglicht es, akustische Entkopplung direkt in die Tragstruktur zu integrieren – ohne zusätzliche Masse.
Die Wirksamkeit des Ansatzes wurde in umfangreichen Messungen an einem Deckenprüfstand nachgewiesen. Dabei wurden der Trittschallpegel sowie das Schalldämmmaß ermittelt. Der Artikel wurde am 10. Juli in der Fachzeitschrift „Building Acoustics“ veröffentlicht und ist unter unten stehendem Link abrufbar. Sehen Sie sich auch gerne den entsprechenden LinkedIn Beitrag an.